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Vier Jahre Internet-Telefonie: Wie aus Null und Eins Milliarden wurden
Stationäre Telefonie und Innovation standen lange Zeit im Widerspruch.
Inzwischen sorgt diese Kombination für eine Marktumwälzung enormen Ausmaßes. Auslöser
dessen ist die Internet-Telefonie, deren Anbieter 2007 bereits mehrere Milliarden Minuten
in die Telefonnetze vermittelten. Im Gegenzug verzeichnen Festnetz-Betreiber sinkende Kunden-
und Umsatzzahlen. Als im Januar 2004 der VoIP-Provider sipgate als erster deutscher Anbieter
seinen Dienst aufnahm, war der Erfolg von Voice over IP noch nicht absehbar. Auf dem
Weg zum Massenmarkt musste die Internet-Telefonie in Deutschland einige Hürden nehmen.
VoIP stellte Regulierung vor neue Aufgaben
Die Freiheit des Internets währte für deutsche VoIP-Nutzer im Hinblick auf ihre Rufnummer gerade
mal zehn Monate. Dann verordnete die Bundesnetzagentur den Ortsnetzbezug auch für
VoIP-Anschlüsse. Seit Oktober 2004 muss die Ortsrufnummer mit dem Wohnsitz des Inhabers
übereinstimmen. Zuvor konnten Kunden auch Rufnummern aus anderen Städte erhalten, was
einen ersten Kundenboom auslöste. Inzwischen haben die Provider ihr Rufnummernangebot
dem des Festnetzes angepasst. Die kostenlose Vergabe von Ortsrufnummern ist laut sipgate mitverantwortlich
dafür, dass Internet-Telefonie über eine hohe Kundenakzeptanz verfügt. Die von
der Bundesnetzagentur eingeführte VoIP-Rufnummerngasse 032 hat sich dagegen als Flop erwiesen.
So kosten Anrufe zu 032-Anschlüssen deutlich mehr als zu Anschlüssen mit Ortsrufnummer.
Darüber hinaus sind 032-Nutzer aus den in- und ausländischen Telefonnetzen nur eingeschränkt
erreichbar.
Marktanteile von VoIP steigen zusehend
Die Marktanteile der Festnetz-Telefonie sind laut aktueller Untersuchung der Universität Duisburg-
Essen rückläufig. So lag der Anteil von Call-by-Call am Gesamtmarkt in 2007 bei nur noch
23,8 Prozent, 2005 waren es noch 51,7 Prozent. Ebenso nahm der Anteil der leitungsvermittelten
Telefonie von 72,7 Prozent in 2006 auf 63,7 Prozent ab. Dagegen legte der über Komplettanschlüsse
zustande gekommene VoIP-Verkehr von 22,6 Prozent in 2006 auf 30,7 Prozent für 2007
zu. Ursache der steigenden Nachfrage sind laut sipgate neben dem verbesserten Angebot die für
VoIP typischen kostenlosen Gespräche
Zusätzlich bietet die Internet-Telefonie einen dem Festnetz überlegenen Funktionsumfang.
Dazu gehören mehrfache Rufweiterleitungen sowie integrierte Fax- und SMS-Dienste. Die Option
auch von unterwegs und im Ausland auf den eigenen Anschluss zugreifen zu können, eröffnet
Kunden ungewohnten Komfort sowie Kostenersparnisse. Der gegenüber dem Festnetz erarbeitete
Vorsprung wird sich laut sipgate in 2008 weiter vergrößern.
Festnetz als Telefonieweg vor dem Aus
Nahezu alle Festnetz-Anbieter rüsten derzeit ihre Netzwerktechnik auf IP-basierte Telefonie um.
Ebenso erweitern erste Mobilfunk-Betreiber ihr Angebot um Internet-Telefonie. Die Analog- und
ISDN-Telefonie wird ihre führende Rolle damit auf absehbare Zeit verlieren. Auch für Firmen bietet
VoIP gegenüber konventionellen Lösungen hohe Kostenvorteile. Mittels Internet-Telefonie
ist für die Übertragung von Daten und Sprache nur noch ein Netzwerk notwendig. Zudem werden
neue virtuelle Telefonanlagen und leistungsstarke VoIP-Anschlüsse Firmen künftig eine dynamische
Bedarfsanpassung erlauben. Lange Servicezeiten, wie heute noch im Festnetz üblich, entfallen
dabei. Stattdessen werden Firmen ihren Anschluss über das Internet selbst administrieren.
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